Sprachliche Entwicklung
Da sich die von den Kindern gebaute Figur nur über Sprache ausdrücken kann, und die Kinder bestrebt sind ihre Figur gut dastehen zu lassen, erkennen sie wie wichtig eine klare und deutliche Aussprache ist, um sich verständlich zu machen. Sobald sie die Notwendigkeit erkannt haben gut zu artikulieren um vom Publikum verstanden zu werden, beginnen wir auf eine spielerische Weise mit den Stimmübungen.
Sie lernen viele Begriffe aus der Theaterwelt kennen und erweitern ihren Wortschatz.
Sie lernen es schriftlich eine Figur zu charakterisieren, kleine Szenen zu schreiben, eine Inhaltsangabe zu machen und ein Szenario zu erstellen.
Nach den Figurentheaterkursen, die über ein Jahr liefen, haben mir viele Eltern erzählt, das sich die Deutschnote ihrer Kinder durch den Kurs verbessert hat.

Darstellerische Fähigkeiten
Die Kinder lernen es auch vor der Spielleiste zu moderieren und somit sich selbst einem Publikum zu präsentieren. Dadurch gewinnen sie Mut und Selbstvertrauen.
Sie lernen es bewusst zu gehen, stehen und sitzen um die Bewegungen dann auf die Puppe zu übertragen. Anhand der Spiele aus dem Impro-Theaterbereich spielen sie sich frei und entwickeln Präsenz.

Disziplin
Theaterspielen ist eine Disziplin, ohne Disziplin geht gar nichts.
Da bei einer Figurentheateraufführung zwölf Kinder hinter einer nur 3m langen Spielleiste, mit einer oder mehreren Figuren und Requisiten agieren müssen, muss eine straffe Ordnung eingehalten werden. Die Kinder lernen schnell, dass alles seinen Platz haben muss und jeder Einzelne sich an diese Ordnung halten muss.
Ein Schauspieler kann es sich weder leisten unpünktlich zu sein, noch unkonzentriert zur Probe zu kommen. Er muss seine alltäglichen Sorgen auf der Türschwelle zum Proberaum oder zur Bühne zurücklassen um ganz da, präsent zu sein.

Gruppendynamische Prozesse
Eine Theatergruppe muss zusammenhalten und all ihre Bemühungen einem einzigen Ziel- der Vorstellung für ein Publikum - unterordnen. Jeder ist ein Teil des Ganzen und die Gruppe ist nur so gut wie ihr schwächstes Mitglied. Deshalb kann es keine Egotripperei geben. Alle für Einen und Einer für Alle ist unser Motto. Die Stärkeren lernen es den Schwächeren zu helfen.
Mit dem oder der spiele ich nicht, kann es nicht geben.
So lernt jedes Kind sich in eine Gruppe einzufügen und seinen Platz innerhalb der Gruppe zu finden.

Psychologische Prozesse
Die Spielleiste, hinter der die Kinder während der Proben verborgen sind, leistet gute Arbeit, da sie den Kindern Anonymität garantiert. Sie drücken sich über die Puppe aus und das bewirkt, dass auch schüchterne Kinder, die oft am Rande stehen, durch die Puppe die Möglichkeit erhalten, sich zu zeigen und aus sich heraus zu kommen.